Baptisten

Ein kurzer Überblick

 

Die Baptisten gehören zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (BEFG). Er ist mit 88.000 Mitgliedern in 900 Gemeinden die größte Freikirche. Als Freikirche ist der BEFG unabhängig vom Staat. Es wird keine Kirchensteuer erhoben. Sämtliche Aufwendungen - von den Gehältern der Pastoren, über den Bau und Unterhalt der Kirchen und Gemeindehäuser bis zur Unterstützung für Menschen in Not - werden aus Spenden und freiwilligen Beiträgen der Mitglieder bestritten. Viele geben zehn Prozent ihres Einkommens und mehr. Verbindliche Richtschnur für alle Aktivitäten ist die Bibel.

Baptisten - ein Schimpfwort wird »Markenzeichen«

 

90 Prozent aller Mitglieder sind Baptisten. Diese Glaubensgemeinschaft gibt es seit dem 17. Jahrhundert. Sie entstand unter englischen Religionsflüchtlingen in Holland, die sich dem Staatskirchentum verweigerten und Gemeinden von Gläubigen bilden wollten. Ihren Namen "Baptisten" (Täufer) erhielten sie von ihren Gegnern, weil sie die Kindertaufe als unbiblisch ablehnten und die Gläubigentaufe praktizierten.
Die erste deutsche Baptistengemeinde wurde 1834 von dem Kaufmann Johann Gerhard Oncken in Hamburg gegründet. Zuvor hatte er sich zusammen mit fünf Freunden in der Elbe von einem baptistischen Theologen aus Amerika taufen lassen. Durch die Tätigkeit Onckens als Bibelverbreiter kam es vielerorts zur Gründung von Gemeinden taufgesinnter Christen. 1849 wurde ein Gemeindebund ins Leben gerufen. Er hat heute seinen Sitz und seine Geschäftsstelle, das Bundesmissionshaus, in Elstal.

Die Bibel - Gottes aktuelles Wort

 

Für die Mitglieder des BEFG ist die Bibel die verbindliche Richtschnur für die persönliche Glaubensüberzeugung und praktische Gestaltung des Lebens. Auch für Leben und Ordnung der Gemeinde ist sie maßgeblich. Gemeindemitglieder vertrauen darauf, dass Gott sie durch den Heiligen Geist zum rechten Verstehen der Bibel leitet. Sie sind davon überzeugt, dass Gott selbst zu ihnen in der Bibel spricht.

Der BEFG - ein Dach für viele Aktivitäten

 

In seinen diakonischen Einrichtungen kümmert sich der Bund um hilfsbedürftige Menschen: Kranke, Alte und Behinderte. Zum Bund gehören drei Diakoniewerke mit über 7.000 Mitarbeitern. Es gibt baptistische Krankenhäuser, Kindergärten, Altenheime, Tagungsstätten, Studenten- und Obdachlosenwohnheime.
Weil Baptisten davon überzeugt sind, dass Deutschland Missionsland ist - nur die wenigsten Bundesbürger gehen sonntags in einen Gottesdienst -, betreiben sie eine "Heimatmission". Ihr Ziel ist es, dass in jedem Ort mit mehr 10.000 Einwohnern eine lebendige Gemeinde existiert.
Mit der Europäischen Baptistischen Mission (EBM) engagiert sich der Bund stark in Afrika und Südamerika.
Ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter werden im Bildungszentrum Elstal ausgebildet.

»Brüder« - durchaus etwas für Frauen

 

Rund zehn Prozent der Mitglieder im BEFG sind Brüder, wozu auch Frauen zählen. Die "Brüderbewegung" entstand im 19. Jahrhundert in England. Dort wollten Christen eine vom Geist Gottes geprägte Gemeinschaft bilden, um ohne organisatorische Fesseln oder ein Kirchendach die Einheit der einen Kirche Jesu Christi zu praktizieren.
In Deutschland entstanden solche Gemeinden seit 1843 in Württemberg und im Rheinland. Hauptmotor war der Verleger Carl Brockhaus in Elberfeld. Er gründete die "Christliche Versammlung". Bekannt wurde Brockhaus als Herausgeber der wortgetreuen "Elberfelder Übersetzung" der Bibel. Brüdergemeinden feiern jede Woche das Abendmahl und kommen weithin ohne hauptamtliche theologische Mitarbeiter aus. Neben den im BEFG organisierten "Brüdern", die eine eigene Geschäftsstelle in Leipzig betreiben, gibt es eine größere Anzahl, die keine oder nur lose Kontakte zu anderen Christen unterhält.

Nationale und internationale Kontakte

 

Die Baptisten unterhalten viele Kontakte zu anderen Kirchen, Freikirchen und internationalen Organisationen. "Jesus Christus baut seine Gemeinde in verschiedenen Kirchen und Gemeinschaften", heißt es in einer BEFG-Bekenntnisschrift.
Sie engagieren sich in der Deutschen Evangelischen Allianz und gehören zu den Gründungsmitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen. Sie arbeiten auch in der Vereinigung Evangelischer Freikirchen mit. Ebenfalls sind sie in der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF) vertreten, einem Zusammenschluss mit 750.000 Mitgliedern in fast allen Ländern Europas und dem Nahen Osten. Sie gehören auch zum 1905 gegründeten Baptistischen Weltbund (BWA). Er repräsentiert heute rund 50 Millionen Mitglieder und 100 Millionen Gottesdienstbesucher.

 

 

 

 

 

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